Menschlichkeit

Meine ersten 18 Lebensjahre bin ich ohne Auto, Fernsehen und Telefon aufgewachsen.
Heute bin ich 50 Jahre auf dieser Welt
und habe einen enormen Fortschritt miterlebt.


Vom ersten Fernseher …
von der Schreibmaschine zum Computer …
von der Telefonzelle zum Smartphone und zur Smartwatch.
Und weil Musik mein Leben ist:
von der Melodica bis zum E-Piano.
Der technische Fortschritt ist unglaublich.


Aber wie sieht es mit dem Leben aus?
Wenn ich bei meinen Großeltern war, liebte ich diese Ruhe.
Ich durfte einfach mal sitzen und nichts tun.
Kein Druck. Keine Hektik.
Einfach sein.
Wenn wir unterwegs waren, wurde jeder gegrüßt.
Man kam ins Gespräch.
Und manchmal wurde daraus sogar eine spontane Einladung.
Die Erwachsenen redeten miteinander
und ich durfte in den Garten zu den Tieren.


Vorgestern hatte ich in der Stadt eine echte Herzensbegegnung.
Ich grüßte eine ältere Dame
und ihre Augen begannen zu leuchten.
Sie sagte zu mir:
„So etwas habe ich schon lange nicht mehr erlebt.“
Wir haben uns länger unterhalten.


Und genau da wurde mir wieder bewusst,
wie laut und hektisch diese Welt geworden ist.
Besonders spürbar wurde das für mich in der Corona-Zeit.


Auch wenn ich an meine ersten Erfahrungen in Social Media denke …
Damals schrieb man sich liebevolle Kommentare.
Man motivierte sich gegenseitig.
Man freute sich füreinander.
Heute werden tiefgründige Beiträge oft ignoriert.
Viele Menschen zerreißen sich gegenseitig mit negativen Kommentaren.
Es wird Angst verbreitet, bewertet und verurteilt.
Das echte Interesse am Menschen geht immer mehr verloren.


Deshalb mein Wunsch an dich:
Geh heute bewusst durch deinen Tag.
Nimm dein Lächeln mit nach draußen.
Grüße Menschen.
Reg dich nicht über andere auf.
Bleib bei dir.
Fokussiere dich auf das Schöne.


Und bevor du urteilst:
hör lieber mit offenem Herzen zu.


Denn dieses Zitat berührt mich bis heute:
„Willst du glücklich sein im Leben,
trage bei zu anderer Glück.
Denn die Freude, die wir geben,
kehrt ins eigene Herz zurück.“

@Maria Weisse

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