Wünsche


Aus gegebenem Anlass – morgen habe ich Geburtstag – habe ich mich heute mit dem Thema Wünsche beschäftigt.


Wenn ich zurückblicke, merke ich, dass Wünsche für mich lange etwas Zwiespältiges waren.
Mein erster großer Wunsch, an den ich mich erinnern kann, war eine Babypuppe. Ich musste lange darauf warten und weiß noch genau, wie sehr ich mich freute, als ich sie endlich bekam.
Leider hielt diese Freude nicht lange an und ich machte schon früh die Erfahrung, dass etwas, das mir viel bedeutete, plötzlich wieder verloren sein konnte.
Später wünschte ich mir ein Fahrrad. Ich bekam ein wunderschönes grünes Fahrrad und war überglücklich. Doch auch dieses hatte ich nur für kurze Zeit.
Ein weiterer großer Wunsch war ein Keyboard. Musik bedeutete mir schon damals sehr viel.
So gab es in meiner Kindheit und auch später immer wieder Wünsche, die erfüllt wurden – gleichzeitig waren Geschenke für mich manchmal mit Unsicherheit, Erwartungen oder Bedingungen verbunden.


Dadurch hat sich etwas bei mir eingeprägt:
Kann ich mich wirklich einfach freuen oder wird anschließend etwas von mir erwartet?
Diese Frage begleitet mich teilweise bis heute.


Deshalb fällt es mir manchmal gar nicht so leicht, einen Wunsch auszusprechen oder etwas einfach anzunehmen.


Vor einigen Wochen ermutigte mich mein Sohn:
„Sag doch einfach, was du dir wirklich wünschst.“
Und ich traute mich.
Ich sagte, dass ich mir schon lange ein Haustier wünsche.


Und dann erlebte ich etwas, das mich sehr berührt hat:
Meine Familie unterstützte meinen Wunsch.


Trotzdem wollte ich nichts überstürzen.
Ich telefonierte mit dem Tierheim, erzählte offen von meiner Situation, ließ mich beraten und machte mir viele Gedanken.
Und ich nahm diese Entscheidung immer wieder mit ins Gebet.
Heute war ich schließlich im Tierheim.
Und nun wird aus einem lange zurückgehaltenen Herzenswunsch tatsächlich Wirklichkeit:


Zwei Hauskatzen werden bei uns einziehen.
Und ich durfte ihnen sogar selbst ihre Namen geben.
Die gemusterte Katze heißt Samira, die weiße Salome.
In zwei Wochen ziehen die beiden bei uns ein.
Ich kann kaum beschreiben, wie sehr ich mich darauf freue.


Und vielleicht ist genau das für mich das Besondere daran:
Ich darf mir etwas wünschen.
Ich darf meinen Wunsch aussprechen.
Ich darf Unterstützung annehmen.
Und ich darf mich einfach freuen.
Ohne darüber nachzudenken, ob ich diese Freude verdient habe.
Vielleicht besteht die Erfüllung eines Wunsches manchmal nicht nur darin, etwas zu bekommen.
Vielleicht beginnt sie schon viel früher:
mit dem Mut, überhaupt wieder Wünsche zuzulassen.


Einen Tag vor meinem Geburtstag bin ich deshalb einfach dankbar.
Dankbar für meine Familie, die diesen Wunsch mitträgt.
Dankbar für die freundliche Beratung im Tierheim.


Und voller Vorfreude auf zwei neue kleine Familienmitglieder.
Samira & Salome


Manche Wünsche brauchen eben ein bisschen länger – und manchmal auch ein bisschen Mut. ❤️

Maria Tabitha Weisse

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