Einfach nur sein?

Einfach nur sein?

In den letzten Tagen

zog mein Körper wieder die Bremse –

mit Schmerz, mit Starre,

mit einer großen inneren Unruhe.

Zuerst brachte ich mein Projekt zu Ende,

verband in Bild und Wort

das, was mich wirklich ausmacht.

Und es tat gut –

so gut, dass die Sorgen leiser wurden.

Die Vernissage ist vorbereitet,

und nun darf ich mich dem widmen,

was sonst noch dran ist.

Manches ist noch offen.

Da bleibt nur Hoffnung,

dass alles gut wird

und der Mut zurückkehrt.

Ein Hauptthema drängt sich in mein Herz.

Es wiegt schwer.

Es entkräftet.

Und doch führt kein Weg dran vorbei:

Ich darf akzeptieren,

dass ich nicht mehr nur funktionieren kann.

Jahrzehntelang habe ich genau das getan.

Oft frage ich mich,

warum es damals ging.

Doch diese Frage bringt mich nicht weiter

auf die nächste Stufe meiner Lebensleiter.

Heute kann ich meinen Tag füllen.

Früher hielt ich das Alleinsein kaum aus.

Was mir einst Struktur und Sicherheit im Außen gab,

habe ich nun in Gott

und in mir selbst.

Ich suchte lange nach der einen Wahrheit.

Heute weiß ich:

Sie liegt in Gott –

Nicht in Religionen,

die aus Menschen entstanden sind.

Jede Religion trägt Teile der Wahrheit in sich,

doch auch Prägungen ihrer Entstehung.

Gedanken, Eingebungen, Deutungen –

und daraus neue Wege.

Und doch wird so oft verurteilt,

was anders ist.

Das macht mich wütend.

Denn genau daraus ist viel Leid gewachsen.

Darum lasse ich die Systeme los

und halte mich an Gott

und an Jesus, seinen Sohn.

Ich tue, was Frieden in mein Herz bringt –

auch wenn noch Schmerz da ist.

Zehn Jahre habe ich mich intensiv damit beschäftigt.

Jetzt ist mein Limit erreicht.

Nun wende ich mich dem zu,

wo ich wachsen darf,

wo ich blühen kann,

wo ich wieder aufatme

und mich freue.

Und vielleicht ist das genug.

@Maria Weisse

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