Manchmal gibt es Nachrichten, die einen sprachlos machen.
Heute habe ich gelesen, dass eine Frau in Spanien nach einer Gruppenvergewaltigung Sterbehilfe erhält. Diese Nachricht hat mich tief erschüttert.
Sie wirft eine Frage auf, die mich nicht mehr loslässt: Wann beginnt unsere Gesellschaft wirklich hinzusehen?
Wir sprechen viel über Selbstbestimmung. Aber wo ist die Hilfe, wenn ein Mensch nach schwerster Gewalt keinen Lebensweg mehr sieht?
Ich bin überzeugt: Wir brauchen nicht mehr Wege zum Sterben. Wir brauchen mehr Wege zum Leben.
Mehr Begleitung. Mehr Zuhören. Mehr echte Unterstützung.
Denn zu oft erleben Betroffene, dass sie alleine gelassen werden. Dass ihnen nicht geglaubt wird. Dass Aufarbeitung ausbleibt.
Ich kenne diese Erfahrung.
Und dennoch bin ich hier.
Was mich trägt, ist nicht, dass alles gut ist. Sondern dass ich Schritt für Schritt Unterstützung gefunden habe. Mein Glaube gibt mir Halt. Meine Kinder geben mir Kraft. Und ich bin dankbar für Menschen, die mich heute begleiten.
Das zeigt mir: Leben kann trotz allem weitergehen.
Deshalb ist meine Botschaft:
Jedes Leben ist wertvoll. Auch das verletzte. Auch das zerbrochene. Auch das, das jeden Tag neu kämpfen muss.
Wir dürfen Menschen nicht aufgeben.
Wir müssen ihnen zeigen: Du bist gesehen. Du bist geliebt. Und dein Leben zählt.
Liebe siegt – manchmal leise, manchmal langsam, aber sie ist da.
@Maria Weisse


