Warum Gemeinde

Warum eine Gemeinde suchen?
Lange Zeit war ich auf der Suche nach einer Gemeinde.


Zwischendurch gab es sogar Phasen, in denen ich dachte:
„Ich und Kirche? Nein, so etwas brauche ich nicht mehr.“
Zu viele Enttäuschungen.
Zu viele Verletzungen.
Zu viele Menschen, die mich geprägt hatten.
Außerdem war ich überzeugt:
„Die einzig wahre Gemeinde gibt es sowieso nicht.“


Also lebte ich meinen Glauben so, wie es gerade in meinen Alltag passte.
Doch mit der Zeit geschah etwas, das ich zunächst gar nicht bemerkte:
Mein Glaube rückte immer weiter in den Hintergrund.
Das Gebet wurde seltener.
Die Bibel blieb öfter geschlossen.
Die Gemeinschaft fehlte.
Und irgendwann war da eine innere Leere.
Eine Wüste.
Dunkelheit.
Zweifel.


In dieser Zeit betete ich oft nur noch einen einzigen Satz:
„Herr, zeige mir den Weg, den ich gehen soll.“
Mehr war manchmal nicht möglich.
Und ehrlich gesagt:
Dieses Gebet war oft voller Zweifel.


Doch Gott ließ sich davon nicht aufhalten.
Er gab mich nicht auf.
Schritt für Schritt stellte er mir Menschen zur Seite, die mich ermutigten, begleiteten und mir halfen, wieder Vertrauen zu fassen.


Sind heute alle Zweifel verschwunden?
Nein.
Ist alles perfekt?
Nein.
Sind meine Ängste weg?
Nein.


Kann ich mich trotz meiner Erkrankungen, meiner Geschichte und meiner Erfahrungen auf eine Gemeinde einlassen?
Auch hier lautet die ehrliche Antwort:
Nein, aus eigener Kraft nicht.


Aber Gottes Antwort lautet:
„Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollendet.“ (2. Korinther 12,9)


Deshalb gehe ich diesen Weg nicht allein.
Ich gehe ihn mit Jesus.
Und genau deshalb habe ich mich entschieden, Teil einer Gemeinde zu werden.
Warum?
Weil Gott uns nicht für das Alleinsein geschaffen hat.


Gemeinde bedeutet für mich:

  • Austausch mit anderen Christen
  • Gemeinsames Gebet
  • Ermutigung in schweren Zeiten
  • Korrektur und Wachstum
  • Entwicklung der eigenen Gaben
  • Gemeinsam Gott dienen
  • Gemeinsam glauben, hoffen und lieben


Natürlich sind Gemeinden nicht perfekt.
Denn Gemeinden bestehen aus Menschen.
Und Menschen machen Fehler.
Doch trotz aller Verletzungen glaube ich heute:
Die Antwort auf verletzende Gemeinschaft ist nicht Isolation.
Die Antwort ist heilende Gemeinschaft.
Deshalb möchte ich dir Mut machen, wenn du durch Kirche oder Christen verletzt wurdest:

  • Vergib – damit dein Herz Frieden finden kann.
  • Rede über das, was geschehen ist.
  • Suche Klarheit statt Vermutungen.
  • Prüfe ehrlich, ob die Gemeinde noch der richtige Ort für dich ist.
  • Habe den Mut, wieder einen Gottesdienst zu besuchen.
  • Habe den Mut, Gott noch einmal eine Chance zu geben.
  • Habe den Mut, eine Gemeinde zu suchen.
  • Denn auch wenn Menschen versagen:
    Jesus bleibt treu.
    Und manchmal wartet genau dort, wo wir nie wieder hingehen wollten, ein neuer Anfang.
  • Mit Jesus Christus mutig voran.
    Maria Weisse

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