Was können wir von einem Obstbaum lernen?

Was können wir von einem Obstbaum lernen?


Heute blieb mein Blick an diesem wunderschönen Obstbaum hängen.


Ich stand eine Weile davor und dachte:

Was können wir eigentlich von einem Baum für unser eigenes Leben lernen?


Ein Baum beginnt nicht mit seinen Früchten.
Sein Leben beginnt im Verborgenen.
Unter der Erde entstehen Wurzeln, die niemand sieht. Und doch hängt von ihnen so vieles ab.
Wie und worin bin ich verwurzelt?
Für mich persönlich ist es wichtig, in Jesus verwurzelt zu sein.

Er gibt mir Halt – gerade dann, wenn das Leben nicht ruhig und sonnig ist.
Denn auch ein Baum erlebt nicht nur Sonnenschein.
Es stürmt.
Es regnet.
Manchmal ist es bitterkalt und manchmal viel zu heiß.
Seine Äste werden hin- und herbewegt. Und trotzdem bleibt er stehen, weil seine Wurzeln ihn halten.


Auch unser Leben braucht Pflege.
Wir dürfen darauf achten, wie wir mit unserem Körper umgehen: Bewegung, Ruhe, Ernährung und Erholung gehören dazu.
Aber wir Menschen bestehen nicht nur aus unserem Körper. Auch unsere Seele braucht Pflege.
Was lasse ich in mein Herz hinein?
Was nährt mich?
Welche Menschen tun mir gut?
Welche Gedanken lasse ich wachsen?
Und was darf ich loslassen?


Ein Obstbaum braucht außerdem Zeit.
Man kann nicht morgens einen Baum pflanzen und abends Früchte ernten.
So ist es auch bei uns.
Wachstum geschieht oft leise.
Manches verändert sich lange im Verborgenen, bevor andere überhaupt etwas davon sehen.


Und irgendwann kommen die Früchte.
Dabei dürfen auch wir immer wieder anschauen, welche „Früchte“ in unserem Leben wachsen.


Manches dürfen wir loslassen:
Hass.
Neid.
Unversöhnlichkeit.
Lügen.
Hochmut.
Verbitterung.


Damit anderes mehr Raum bekommt:
Liebe.
Freude.
Frieden.
Geduld.
Freundlichkeit.
Güte.
Treue.
Sanftmut.
Selbstbeherrschung.


Vielleicht müssen wir gar nicht ständig versuchen, schneller zu wachsen.


Vielleicht dürfen wir vielmehr darauf achten, gut verwurzelt zu sein, uns pflegen zu lassen und geduldig zu wachsen.


Denn ein Baum fragt nicht, ob der Baum neben ihm schon mehr Früchte trägt.


Er wächst an seinem Platz.
Sei gut verwurzelt.
Bleib geduldig.
Lass los, was dir nicht guttut.
Und gib den guten Früchten Raum zum Wachsen.

Maria Weisse

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