Herzensmenschen

Lasst uns wieder Herzensmenschen sein ❤️

Manchmal macht es mich traurig, wie hektisch und ichbezogen unser Miteinander geworden ist.

Im Straßenverkehr muss es noch schnell über die Ampel gehen, die Vorfahrt wird genommen – die anderen werden schon reagieren.

An der Kasse dauert es zu lange.

Beim Arzt möchten wir nicht warten.

Eine Empfehlung, etwas am eigenen Lebensstil zu verändern, wird schnell als Kritik empfunden.

Und unterwegs?

Ein freundlicher Gruß, ein Lächeln oder ein nettes Wort scheinen manchmal schon etwas Besonderes zu sein.

Dabei wissen wir so wenig darüber, was der Mensch vor uns gerade trägt.

Die Kassiererin hat vielleicht schon stundenlang gearbeitet und wurde mehrfach unfreundlich behandelt.

Der Mensch, der etwas länger braucht, ist vielleicht krank, erschöpft oder einfach nicht mehr so schnell.

Hinter vielen Berufen steckt außerdem viel mehr Arbeit, als wir als Kunden oder Patienten sehen. Wenn wir längst gegangen sind, wird dokumentiert, aufgeräumt, organisiert oder abgerechnet.

Deshalb wünsche ich mir für unser Miteinander:

  • Mehr Ruhe.

Nicht alles muss sofort gehen. Wer ruhig und aufmerksam handelt, macht häufig weniger Fehler und kommt trotzdem ans Ziel.

  • Mehr Freundlichkeit.

Ein „Guten Morgen“, „Danke“ oder ein ehrliches Lächeln kostet nichts – und kann einem Menschen den Tag verschönern.

  • Mehr Respekt.

Auch der Mensch, der gerade für mich arbeitet, ist nicht nur seine Funktion. Er hat Gefühle, Sorgen, Familie und seine eigene Geschichte.

  • Mehr Verständnis.

Nicht jede Langsamkeit ist Faulheit. Nicht jede Unfreundlichkeit richtet sich persönlich gegen mich. Manchmal sehen wir nur einen winzigen Ausschnitt aus dem Leben eines anderen.

  • Weniger Drama.

Nicht jede Kleinigkeit muss zum Konflikt werden. Manches darf man auch einfach freundlich ansprechen oder vorbeiziehen lassen.

Und gleichzeitig bedeutet Freundlichkeit nicht, dass wir alles hinnehmen müssen. Wir dürfen Grenzen setzen und Missstände ansprechen – aber auch das können wir respektvoll tun.

Vielleicht können wir die ganze Gesellschaft nicht auf einmal verändern.

Aber wir können entscheiden, wie der nächste Mensch uns erlebt.

Als jemanden, der hetzt und fordert?Oder als jemanden, der für einen kurzen Moment etwas Ruhe, Respekt und Wärme in seinen Tag bringt?

Lasst uns wieder Herzensmenschen sein.

Nicht nur dann, wenn wir selbst gut behandelt werden – sondern gerade auch dann, wenn ein bisschen Menschlichkeit gebraucht wird.

❤️Liebe Grüße

Maria Weisse

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