Manchmal darf ich es mir leichter machen.
Heute habe ich etwas gelernt, das eigentlich ganz einfach klingt –
und für mich doch gar nicht so einfach ist.
Heute Morgen bin ich zu meinem Arzttermin gelaufen. Aber dieses Mal nicht wie sonst: stramm durch, möglichst schnell und ohne Pause.
Ich bin bewusst langsamer gegangen.
Habe die Natur wahrgenommen.
Und habe mich unterwegs sogar auf eine Bank gesetzt.
Nicht, weil ich nicht mehr konnte, sondern weil ich durfte.
Nach dem Termin merkte ich dann, dass Schmerzen da waren und der Rückweg bei der Wärme zu viel werden könnte.
Also habe ich wieder etwas für mich Ungewöhnliches gemacht:
Nach 17 Jahren bin ich zum ersten Mal wieder Bus gefahren.
Anfangs war da Angst. Die Sorge, dass die Panik zu stark werden könnte.
Doch ich war nicht allein. Mein Sohn war bei mir, der Busfahrer war sehr freundlich und im Bus waren kaum Menschen.
Und plötzlich dachte ich:
Warum muss ich eigentlich immer erst über meine Grenzen gehen, bevor ich mir Unterstützung erlaube?
Heute bin ich gelaufen.
Heute habe ich Pause gemacht.
Heute habe ich Hilfe angenommen.
Und nichts davon war ein Scheitern.
Vielleicht bedeutet Stärke manchmal nicht, alles alleine und bis zum Ende durchzuziehen.
Vielleicht bedeutet Stärke auch zu sagen:
Ich darf auf mich achten.
Ich darf Pause machen.
Ich darf Hilfe annehmen.
Ich darf es mir leichter machen.
Heute bin ich einfach dankbar. ❤️
Und vielleicht macht meine kleine Erfahrung heute jemand anderem Mut, ebenfalls ein bisschen freundlicher mit sich selbst umzugehen.
Maria Weisse



