Wünsche, Pläne – und Gottes Wege

Wünsche, Pläne – und Gottes Wege
Heute beschäftigt mich noch einmal das Thema Wünsche und Pläne.


Als Kind und Jugendliche hatte ich viele Vorstellungen davon, wie mein Leben einmal aussehen sollte.


Manche Wünsche gingen in Erfüllung.
Manche erfüllten sich nie.
Manche Pläne entwickelten sich völlig anders, als ich es erwartet hatte.
Und manches wurde mir irgendwann geschenkt, als ich schon gar nicht mehr daran geglaubt hatte.


Wenn ich heute auf mein Leben zurückblicke, bin ich immer wieder erstaunt darüber, was aus kleinen Anfängen entstehen kann.
Wie sich plötzlich eine Tür öffnet, mit der ich nicht gerechnet habe.
Wie aus einem vermeintlichen Umweg ein neuer Weg wird.
Wie aus einem „Das geht niemals“ irgendwann doch ein „Es ist möglich“ werden kann.
Und wie ich immer wieder neue Kraft bekomme, gerade dann, wenn ich selbst denke:
Jetzt kann ich nicht mehr.


Für mich hat das sehr viel mit meinem Glauben an Gott zu tun.
Natürlich begegne ich auch Menschen, die sagen:
„Es gibt keinen Gott.“
„Das bildest du dir nur ein.“
„Das war eben Zufall.“
Und ich respektiere, wenn ein anderer Mensch zu einer anderen Überzeugung kommt.


Aber genauso darf ich sagen:
Für mich ist Gott keine Einbildung.
Nicht, weil ich auf jede Frage eine Antwort hätte.
Nicht, weil in meinem Leben immer alles gut gegangen wäre.
Und auch nicht, weil jeder meiner Wünsche erfüllt wurde.
Im Gegenteil.
Ich kenne unerfüllte Wünsche, zerplatzte Pläne, Umwege und Zeiten, in denen ich Gott überhaupt nicht verstanden habe.
Und trotzdem habe ich auf meinem Lebensweg so viele Situationen erlebt, Begegnungen gehabt und Wendungen erfahren, dass ich für mich irgendwann nicht mehr alles einfach als Zufall bezeichnen konnte.
Ich habe erlebt, dass aus scheinbar Unmöglichem Neues entstehen kann.
Dass Menschen genau im richtigen Moment auftauchen können.
Dass sich Wege öffnen, an die ich vorher überhaupt nicht gedacht habe.
Und dass ich wieder aufstehen kann, obwohl ich überzeugt war, keine Kraft mehr dafür zu haben.
D

Dehalb weiß ich heute nicht, ob all meine Wünsche und Pläne in Erfüllung gehen werden.
Aber ich muss auch noch nicht wissen, wie mein gesamter weiterer Weg aussieht.
Ich darf wünschen.
Ich darf planen.
Ich darf hoffen.
Und ich darf Gott zutrauen, dass manchmal ein anderer Weg trotzdem ein guter Weg werden kann.
Vielleicht sogar einer, mit dem ich heute noch überhaupt nicht rechne.


Maria Tabitha Weisse

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