Stopp – ich muss nicht in jedes Hamsterrad einsteigen
Kennt ihr das?
Manchmal tauchen plötzlich Gedanken auf, die uns nicht guttun.
Manchmal holt uns eine Erinnerung ein.
Manchmal strömt so vieles gleichzeitig auf uns ein, dass im Kopf ein richtiges Gedankenkarussell entsteht.
Manchmal machen wir selbst aus einer Kleinigkeit ein riesiges Problem.
Und manchmal kommt die Unruhe von außen.
Vorwürfe.
Beleidigungen.
Ständige Unzufriedenheit.
Unberechtigte Kritik.
Machtspielchen.
Oder jemand versucht, etwas Schönes so lange schlechtzureden, bis wir selbst anfangen, daran zu zweifeln.
Früher habe ich mich auf vieles eingelassen.
Ich dachte nach, erklärte mich, rechtfertigte mich, suchte nach Antworten und wollte unbedingt verstanden werden.
Und irgendwann drehte sich alles nur noch im Kreis.
Heute muss ich manchmal über ein Bild schmunzeln, das mir dabei hilft:
Ich bin kein Hamster. Also brauche ich auch kein Hamsterrad.
Ich darf aussteigen.
Wenn das Gedankenkarussell beginnt
Nicht jeder Gedanke verdient stundenlange Aufmerksamkeit.
Ich darf ihn wahrnehmen:
„Ja, da bist du wieder. Ich kenne dich.“
Und dann darf ich entscheiden:
Darüber denke ich jetzt nicht weiter nach. Ich richte meine Aufmerksamkeit bewusst auf etwas anderes.
Das ist kein Verdrängen. Es ist für mich die Entscheidung, nicht jeden Gedanken immer weiterzufüttern.
Wenn Erinnerungen auftauchen
Bei Erinnerungen versuche ich zunächst wahrzunehmen:
Warum beschäftigt mich das gerade?
Gibt es etwas, das ich daraus für mein heutiges Leben lernen kann?
Und dann erinnere ich mich auch:
Die Vergangenheit kann ich nicht mehr verändern. Aber ich kann mitentscheiden, wie viel Raum sie heute bekommt.
Wenn andere Menschen angreifen
Auch hier lerne ich zunehmend, ein klares Stopp zu setzen.
Ich muss nicht auf jeden Vorwurf antworten.
Ich muss mich nicht gegen jede Behauptung verteidigen.
Ich muss mich nicht auf Provokationen oder Machtspielchen einlassen.
Und ich muss niemandem als Blitzableiter für dessen Frust dienen.
Manchmal reicht ein kurzer Satz:
„Darauf lasse ich mich nicht ein.“
Und dann darf ein Gespräch auch beendet sein.
Und manchmal brauche ich einfach Ruhe
Es gibt Momente, da hilft mir keine weitere Analyse.
Dann brauche ich:
Handy aus.
Geräusche aus.
Diskussionen aus.
Erwartungen aus.
Ruhe.
Und ich suche ganz bewusst die Verbindung zu meinem himmlischen Vater.
Nicht immer brauche ich sofort eine Antwort oder eine Lösung.
Manchmal brauche ich einfach einen Ort, an dem mein Inneres wieder still werden darf.
Deshalb bedeutet Stopp für mich heute nicht:
Ich laufe vor allem davon.
Sondern:
Ich entscheide bewusster, worauf ich mich einlasse.
Ich darf Gedanken vorbeiziehen lassen.
Ich darf Vergangenes dort lassen, wo es hingehört.
Ich darf Gespräche beenden, die nur noch verletzen.
Ich darf aus Machtspielchen aussteigen.
Ich darf Ruhe suchen.
Und vor allem:
Ich muss nicht jedes Hamsterrad weiterdrehen, nur weil jemand anderes mich hineingesetzt hat.
Ich darf aussteigen.
Maria Weisse



