Wenn du nicht weißt wohin du gehen sollst – mach eine Pause


Manchmal steht man im Leben an einer Weggabelung.


Rechts oder links?
Weitermachen oder aufhören?
Festhalten oder loslassen?
Eine Entscheidung treffen oder noch warten?


Im Moment kenne ich dieses Gefühl in mehreren Bereichen meines Lebens.
Es geht nicht nur um meinen Glauben und die Frage nach Gemeinde. Es geht um unterschiedliche Dinge, bei denen ich merke: Ich weiß gerade noch nicht, welcher Weg für mich der richtige ist.
Früher hätte mich genau das sehr unter Druck gesetzt.
Ich hätte wahrscheinlich versucht, möglichst schnell eine Antwort zu finden. Abgewogen, nachgedacht, andere gefragt, wieder nachgedacht – und irgendwann vielleicht eine Entscheidung getroffen, nur damit diese Unsicherheit endlich vorbei ist.


Heute möchte ich etwas anderes lernen.
Ich darf mich hinsetzen
Mir kam ein Satz in den Sinn:
„Wenn du nicht weißt, ob du rechts oder links gehen sollst, setz dich hin und mach eine Pause.“
Eigentlich ganz einfach.
Warum muss ich mich sofort für rechts oder links entscheiden?
Vielleicht ist gerade keiner der beiden Wege dran.
Vielleicht darf ich mich an die Weggabelung setzen und erst einmal schauen.
Durchatmen.
Zur Ruhe kommen.
Beten.
Meine Gedanken sortieren.
Auf meinen Körper und meine Seele hören.
Und Gott sagen:
„Ich weiß gerade nicht weiter. Zeig du mir meinen nächsten Schritt – wenn die Zeit dafür gekommen ist.“
Eine Pause ist keine Niederlage
Das muss ich selbst immer wieder lernen.
Eine Pause bedeutet nicht automatisch, dass ich aufgegeben habe.
Sie bedeutet auch nicht, dass ich zu schwach bin oder keine Entscheidungen treffen kann.
Manchmal ist es vielleicht sogar klüger, keine Entscheidung zu treffen, als aus Angst, Druck oder Erschöpfung irgendeine Entscheidung zu treffen.
Das betrifft für mich gerade mehrere Lebensbereiche.
Glaube und Gemeinde.
Familie und Beziehungen.
Gesundheit und meine eigenen Grenzen.
Vergangenheit und Zukunft.
Wünsche, Träume und Entscheidungen.
Nicht für alles brauche ich heute eine Antwort.
Auch mein Glaube darf dabei ruhig werden
Besonders beschäftigt mich momentan meine Sehnsucht nach christlicher Gemeinschaft.
Diese Sehnsucht ist noch da.
Und gleichzeitig merke ich:
Ich habe gerade keine Kraft für eine weitere Gemeindesuche bzw. Entscheidung für eine Gemeinde zu treffen.
Vielleicht muss ich deshalb auch hier nicht zwischen rechts und links wählen.
Ich darf einfach sitzen bleiben.
Das bedeutet nicht, dass ich Jesus den Rücken kehre.
Ganz im Gegenteil.


Vielleicht kann gerade diese Ruhe eine Zeit sein, in der ich meinen Glauben wieder ohne Erwartungen und Druck leben darf.
Beten.
In der Bibel lesen.
Musik machen.
In die Natur gehen.
Oder einfach still sein.
Ich mache Pause von der Suche – nicht von Jesus.
Nicht jede Weggabelung braucht sofort eine Entscheidung


Vielleicht kennst du solche Zeiten auch.
Alle anderen scheinen zu wissen, wie es weitergehen soll, während du selbst vor mehreren Wegweisern stehst und keine Richtung wirklich klar ist.


Dann möchte ich dir – und gleichzeitig mir selbst – heute sagen:
Du musst nicht immer sofort weitergehen.
Du darfst dich hinsetzen.
Du darfst ausruhen.
Du darfst noch einmal hinschauen.
Und du darfst eine Entscheidung vertagen, wenn du gerade nicht die Kraft oder Klarheit dafür hast.
Der nächste Schritt kommt früh genug.
Und vielleicht erkennt man einen Weg manchmal erst dann, wenn man aufgehört hat, verzweifelt nach ihm zu suchen.
Für mich heißt es deshalb gerade:
Ruhe. Kraft. Hoffnung. Frieden.
Und dann – wenn es wieder stimmig ist:
Schritt für Schritt mit Jesus. ❤️


Maria Weisse

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