In den letzten Tagen ist etwas geschehen, das ich nur als Wunder bezeichnen kann.
Ich habe wieder gelernt zu beten.
Und zwar kniend.
Als ich mit 18 Jahren von zu Hause auszog, war ich fest entschlossen:
„Nie wieder werde ich vor jemandem knien.“
Für mich war Knien mit Angst, Abhängigkeit und Unterordnung verbunden.
Doch heute verstehe ich den Unterschied:
Vor Gott zu knien bedeutet nicht Schwäche.
Es bedeutet Vertrauen.
Und gleichzeitig wurde mir bewusst, dass ich oft unbewusst vor Menschen gekniet habe.
Ich ließ mich benutzen.
Ich ließ Grenzen überschreiten.
Ich sagte Ja, obwohl mein Herz Nein sagte.
Ich hatte Angst, nicht geliebt zu werden.
Heute lerne ich etwas Neues:
Ich muss mich nicht mehr von Menschen bestimmen lassen.
Ich darf mir Zeit nehmen.
Ich darf beten.
Ich darf nachdenken.
Ich darf Grenzen setzen.
Deshalb treffe ich keine vorschnellen Entscheidungen mehr.
Ich ziehe mich zurück, suche Gottes Nähe und entscheide dann.
Manche verstehen das nicht.
Manche halten mich deshalb für schwierig, ungehorsam oder sogar für eine schlechtere Christin.
Doch wenn ich auf Jesus schaue, mein Vorbild und Berater, sehe ich etwas anderes:
Er liebte die Menschen.
Aber er ließ sich nicht von ihnen beherrschen.
Er war demütig vor seinem Vater.
Und mutig vor den Menschen.
Genau das möchte ich lernen:
Demütig vor Gott
Mutig vor Menschen
Maria Weisse


