Ich werde oft gefragt, warum ich so viele Klinikaufenthalte und Therapien gebraucht habe.
Manchmal höre ich dann Sätze wie:
„Ich habe auch Schlimmes erlebt und es ohne Therapie geschafft.“
Das mag sein.
Aber für mich gab es wichtige Gründe, diesen Weg zu gehen.
Ich wollte meine Traumata nicht mit Süchten betäuben.
Ich wollte meine Verletzungen nicht an meine Kinder weitergeben.
Und mein Körper zeigte immer deutlicher, dass er nicht mehr schweigen konnte.
Zu den Folgen gehörten unter anderem Herzstillstand, eine Krebsvorstufe, Frozen Shoulder, Magengeschwüre, Gallensteine, Krampfanfälle und starke Bewegungseinschränkungen. Ohne dauerhafte Physiotherapie wäre sogar ein Rollstuhl möglich gewesen.
Deshalb habe ich mich für Therapie entschieden.
War es einfach?
Nein.
Manche Erinnerungen, die zurückkamen, hätte ich lieber nie wieder gesehen.
Ich musste lernen, Gefühle zuzulassen, die ich jahrzehntelang verdrängt hatte.
Angst.
Trauer.
Wut.
Hilflosigkeit.
Das war schmerzhaft.
Aber genau dadurch wurde Heilung möglich.
Dadurch konnte ich vergeben.
Dadurch konnte ich verstehen, was mit mir geschehen war.
Traumata sind keine Kleinigkeiten.
Es waren Ereignisse, bei denen mein Leben mehrfach am seidenen Faden hing.
Ohne Therapie hätte ich vieles nie erkannt.
Zum Beispiel, dass ich in einem Umfeld aufgewachsen bin, das sektenartige Strukturen hatte.
Ich hätte nie gelernt, offen zu reden.
Nie gelernt, Hilfe anzunehmen.
Und vielleicht hätte ich auch nie den Weg zurück zu Jesus gefunden.
Heute weiß ich:
Therapie war für mich kein Zeichen von Schwäche.
Sie war ein mutiger Schritt ins Leben.
Und auch wenn ich nicht gesund geworden bin, durfte ich Heilung erleben.
Denn Heilung bedeutet nicht immer, dass alle Wunden verschwinden.
Manchmal bedeutet Heilung, die Wahrheit anzunehmen und trotzdem weiterzugehen.
Mit Jesus Christus an meiner Seite.
Maria Weisse ????
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