Warum ich meine Vornamen geändert habe.
Immer wieder wurde ich dafür verurteilt, dass ich meine Vornamen geändert habe. Nur wenige haben mich gefragt, warum ich diesen Schritt gegangen bin.
Deshalb möchte ich heute meine Geschichte erzählen.
Nach meiner Geburt bekam ich die Vornamen Heike Rita. Zu meinen frühesten Erinnerungen gehört, dass meine Eltern über viele Jahre laut miteinander stritten. Dabei hörte ich immer wieder den Satz meiner Mutter: „Du wolltest Heike, ich nicht.“ Auch ich selbst wurde zu Hause oft nicht mit meinem Namen angesprochen, sondern mit Bezeichnungen wie „Hexe“ oder „Tulpe“. Im Kindergarten wurde ich wegen meines Namens ausgelacht. Schon damals wünschte ich mir, anders zu heißen. In der Schule setzte sich das Mobbing fort. Mitschüler berührten mich und gaben den „Heike-Virus“ weiter. Dabei riefen sie: „Igitt!“ und lachten. Das verletzte mich sehr.
Eine schöne Erinnerung habe ich dennoch: Im Englischunterricht durften wir uns einen englischen Namen aussuchen. Zum ersten Mal fühlte ich mich mit einem anderen Namen wohl.
Als ich 18 Jahre alt wurde, ging ich zum Rathaus und fragte, ob ich meinen Vornamen ändern dürfe. Die Antwort war kurz und wenig freundlich: „So etwas gibt es in Deutschland nicht.“Enttäuscht begrub ich diesen Wunsch tief in meinem Herzen.
Viele Jahre später, nach unserer Traumatherapie, begannen meine Kinder plötzlich, mich mit einem anderen Namen anzusprechen. Ich dachte zunächst, das sei nur eine Phase.
Dann kam das Jahr 2020 mit dem Corona-Lockdown.
Ich nahm an einem Online-Bibelkurs teil. Dort wurde mir bewusst, dass Gott mich ganz anders sieht – nämlich als seine geliebte Tochter.Eines Nachts übergab ich Jesus mein ganzes Leben. Ich schüttete ihm alles aus, was mich belastete. Doch plötzlich hatte ich das Gefühl, dass noch etwas fehlte. Innerlich rief ich: „Gott, was denn noch?“Da hörte ich leise den Gedanken: „Vornamensänderung.“ Dreimal hintereinander. Ich erschrak und dachte: „Jetzt werde ich verrückt. Vielleicht bin ich psychotisch oder schizophren.“ Am nächsten Morgen rief ich sofort meine Therapeutin an und bat sie, mich in eine psychiatrische Klinik einzuweisen. Nachdem ich ihr alles erzählt hatte, sagte sie ruhig zu mir:„Du bist nicht verrückt. Das könnte sehr gut der Heilige Geist gewesen sein, der zu dir gesprochen hat.“ Um sicherzugehen, begann ich in der Bibel nachzulesen. Dabei staunte ich, wie oft Gott Menschen einen neuen Namen gab:Abram wurde Abraham.Jakob erhielt den Namen Israel.Saulus wurde Paulus.
Daraufhin betete ich und bat Gott um Führung.
Ich sprach mit meiner Familie darüber. Die Reaktion meiner Kinder überraschte mich. Sie sagten nur: „Endlich!“ Dann erklärten sie mir, dass sie während unserer gemeinsamen Traumatherapie gelernt hatten, dass ich bei meinen bisherigen Vornamen häufig dissoziierte.
Schließlich stellte ich beim Rathaus den Antrag auf eine Vornamensänderung und reichte alle erforderlichen Unterlagen ein. Und tatsächlich wurde meinem Antrag stattgegeben.
Seitdem trage ich die Namen Maria Tabitha.
Heute liebe ich meine Namen.
Sie erinnern mich jeden Tag daran, dass Gott mich kennt, mich liebt und meinem Leben eine neue Identität geschenkt hat.
Ich weiß, dass nicht jeder meinen Weg nachvollziehen kann. Das ist in Ordnung. Mir ist wichtig, dass diese Entscheidung nicht aus einer Laune heraus entstand, sondern das Ergebnis eines langen persönlichen Weges war.
Danke, himmlischer Vater, für deine Liebe und dafür, dass du mich beim Namen kennst.
„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“Jesaja 43,1
Herzliche Grüße
Maria Tabitha Weisse



