Mein Plan – Gottes Plan

Manchmal geschieht unerwartet viel im Leben.

Letzten Samstag hatte ich im Gebet sehr deutlich den Eindruck: Stopp. Du gehst gerade in eine falsche Richtung. Daraufhin traf ich eine Entscheidung, die mir nicht leichtfiel: Ich stoppte meine bereits geplante Taufe und Mitgliedsaufnahme in die Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten.

Am Sonntag ging ich nach draußen und redete lange mit meinem himmlischen Vater. Ich betete:„Zeig mir deinen Weg. Zeig mir, wo mein Platz ist.“

Und dann geschah innerhalb weniger Tage so vieles. Plötzlich bekam ich eine liebe WhatsApp-Nachricht von Jona. Wir schrieben lange miteinander und verabredeten uns nur eine Stunde später ganz spontan zum Eisessen. Ich packte meine Sachen, fuhr los und machte mich auf den Weg. Schon an einer Ampel musste ich lächeln: Ein freundlicher Busfahrer winkte mir einfach zu. Dann traf ich Jona.In der Eisdiele stand vor uns ein älterer Herr. Als er uns den Vortritt lassen wollte, weiß ich bis heute nicht, was in mich gefahren ist. Ich sagte ganz frech:„Nein – Alter vor Schönheit!“Und was machte er?Er bezahlte uns unser Eis. Kurz darauf saßen wir zu dritt an einem Tisch – Menschen, die sich gerade erst kennengelernt hatten – und führten plötzlich ein tiefes Gespräch über Gott und den Glauben. Nicht oberflächlich. Sondern ehrlich und persönlich.

Diese Begegnung hat mir Mut gemacht.

Noch am selben Tag schrieb ich zwei Kirchengemeinden in meiner Umgebung an. In den folgenden Tagen ergaben sich tatsächlich zwei Gespräche. Also ging ich wieder ins Gebet.

Bei dem einen Gespräch merkte ich ziemlich schnell: Nein, das ist nicht mein Weg. Beim anderen war es plötzlich anders. Es passte.

Und damit führt mein Weg nun wieder zurück in die Evangelische Landeskirche.

Jahrzehntelang habe ich gesucht und mich gefragt, welche Gemeinde wirklich zu mir passt.

Heute habe ich das Gefühl:

Ich habe meinen Platz gefunden.

Dabei bin ich dankbar für die unterschiedlichen Gemeinden, die mich auf meinem bisherigen Glaubensweg begleitet haben.

Aus jeder Zeit durfte ich etwas mitnehmen und vieles über meinen Glauben – und auch über mich selbst – lernen.

Ich habe erkannt:

Ich brauche eine Gemeinde, in der für mich die Bibel die Grundlage des Glaubens ist.

Ich brauche einen Ort, an dem ich sein darf, wie ich bin, und mich mit meinen Gaben einbringen kann.

Den Samstag möchte ich weiterhin ganz persönlich als meinen Sabbat gestalten – Zeit für Gott, Ruhe und Besinnung.

Manche Wünsche, die ich lange in mir getragen habe, dürfen tatsächlich Wirklichkeit werden:

In meiner neuen Gemeinde kann ich mich musikalisch einbringen und sogar wieder in einem Chor singen.

Und ich habe erkannt, dass ich wieder mehr auf meine eigenen Grenzen achten muss, damit mein Körper nicht erst so laut werden muss, bevor ich auf ihn höre.

Vielleicht bestand mein Weg gar nicht darin, möglichst schnell die „richtige“ Gemeinde zu finden.

Vielleicht musste ich all diese Erfahrungen machen, um irgendwann zu erkennen, was mir wirklich wichtig ist.

Heute empfinde ich vor allem eines: Dankbarkeit.

Dankbarkeit für meinen Weg.

Dankbarkeit für die Menschen, die mir begegnet sind.

Und Dankbarkeit dafür, dass ich Gott vertrauen darf, auch wenn ich den nächsten Schritt noch nicht sehen kann.

Manchmal zeigt sich der Weg eben erst, wenn man den Mut hat, an einer Stelle Stopp zu sagen.

Maria Weisse

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