Wunder – Gott wirkt auch heute noch
Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, sehe ich nicht nur Schmerz, sondern vor allem eines:
Wunder.
Das erste Wunder ist, dass ich lebe.
Ich habe Dinge überlebt, die menschlich kaum zu begreifen sind – schwere Krankheiten, traumatische Erlebnisse, Zeiten voller Dunkelheit.
Und doch bin ich heute hier.
Ein weiteres Wunder ist, dass ich sagen kann: Ich bin ich.
Lange Zeit hätte ich niemals geglaubt, dass dieser Satz einmal wahr für mich wird.
Denn mein Leben war geprägt von sexuellem, körperlichem, geistlichem und seelischem Missbrauch – über viele Jahre hinweg.
Doch das bestimmt nicht mehr, wer ich bin.
Ich durfte erleben, dass Gott mich Schritt für Schritt herausführt.
Über 50 Krankenhausaufenthalte liegen hinter mir –
und immer wieder begegneten mir Menschen, die mir geholfen haben.
Ärzte, Pflegepersonal… und sogar gläubige Mitpatientinnen, die mir Hoffnung geschenkt haben.
Ein großes Wunder ist auch mein Weg zurück zu Gott.
Ich wollte nie wieder christlich sein, nachdem ich den schweren Weg aus einer Sekte gehen musste, in der ich seit meiner Kindheit war.
Dieser Ausstieg war nur mit professioneller Hilfe möglich.
Und doch hat Gott mich neu gerufen.
Heute ist Jesus der wichtigste Mittelpunkt in meinem Leben.
Trotz all der Herausforderungen durfte ich meinen Realschulabschluss machen,
eine Ausbildung zur Bürokauffrau absolvieren
und über 10 Jahre in diesem Beruf arbeiten.
Ich habe drei wunderbare Söhne –
obwohl mehrere Ärzte sicher waren, dass ich niemals auf natürlichem Weg Kinder bekommen könnte.
Auch das ist ein Wunder.
Ein weiteres Geschenk ist die Musik.
Seit 35 Jahren spiele ich – mit Pausen – Klavier.
Ein Lehrer hat damals an mich geglaubt und mein Talent gesehen, als ich es selbst noch nicht konnte.
Und immer wieder erlebe ich:
Ich kann aufstehen.
Ich kann weitergehen.
Mit Diagnosen, bei denen andere im Rollstuhl sitzen, darf ich mein Leben aktiv gestalten.
All das ist für mich kein Zufall.
Es sind Spuren von Gottes Wirken in meinem Leben.
Wunder sind nicht immer laut.
Manchmal sind sie leise.
Aber sie sind da.
Und ich bin der lebendige Beweis dafür.
@Maria Weisse


