Manche Dinge werde ich wohl nie verstehen …
Jetzt bin ich schon so lange auf dieser Welt – und trotzdem gibt es Dinge im menschlichen Miteinander, die ich immer noch nicht verstehe.
Ich verstehe nicht
- warum manchmal gerade Menschen, die so vieles haben, vor allem das sehen, was ihnen noch fehlt.
- warum Menschen schlecht über andere reden und gleichzeitig erwarten, selbst respektvoll und freundlich behandelt zu werden.
- warum manche andere kritisieren, aber kaum damit umgehen können, wenn jemand ihr eigenes Verhalten hinterfragt.
- warum wir bei anderen Fehler so schnell entdecken und bei uns selbst manchmal so schwer.
- warum ein gut gemeinter Hinweis plötzlich als Angriff verstanden wird – selbst wenn jemand helfen möchte.
- warum manche andere klein machen müssen, um sich selbst größer zu fühlen.… warum ein Mensch plötzlich als „böse“, egoistisch oder schwierig gilt, nur weil er beginnt, Nein zu sagen und Grenzen zu setzen.
- und warum wir manchmal sehr genau wissen, was andere uns angetan haben, aber kaum bereit sind zu fragen: Welchen Anteil habe ich selbst an einem Konflikt?
Vielleicht liegt genau darin aber auch die Herausforderung.
Denn diese Fragen darf ich nicht nur an andere stellen.Ich darf sie auch mir selbst stellen:
- Rede ich über andere so, wie ich möchte, dass über mich gesprochen wird?
- Kann ich Kritik annehmen, ohne sofort in die Verteidigung zu gehen?
- Kann ich mich entschuldigen?
- Kann ich meine eigenen Fehler sehen?
- Kann ich Grenzen anderer akzeptieren?
- Und bin ich bereit, mein Verhalten zu verändern, wenn ich merke, dass ich jemanden verletzt habe?
Ich werde wahrscheinlich nie verstehen, warum Menschen manches tun.
Aber vielleicht muss ich auch nicht alles verstehen.
- Ich kann bei mir anfangen.
- Ich kann versuchen, respektvoll zu bleiben, ohne alles hinzunehmen.
- Ich kann Grenzen setzen, ohne den anderen kleinzumachen.
- Ich kann Verantwortung übernehmen, ohne die Verantwortung für alles zu tragen.
- Und ich kann immer wieder prüfen, ob das, was ich von anderen erwarte, auch das ist, was ich selbst bereit bin zu geben.
Denn Veränderung beginnt für mich nicht mit der Frage:„Was müssen die anderen endlich anders machen?“Sondern auch mit der Frage:„Was kann ich selbst anders machen?“
Maria Weisse



