Aufklärung Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung

Aufklärung – Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (KPTBS)


Was bedeutet Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung?


Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung entsteht durch belastende, überwältigende oder wiederholte Erfahrungen, bei denen ein Mensch über längere Zeit keinen ausreichenden Schutz, keine Sicherheit und keine Hilfe erfahren hat.
Trauma betrifft nicht nur Erinnerungen.
Es betrifft den ganzen Menschen:

Geist
Seele
Leib

Viele Menschen tragen die Folgen davon jahrelang – oft unsichtbar für andere.

Ursachen
Traumatische Erfahrungen können viele Formen haben.
Geist
Verletzungen des Denkens, des Selbstbildes und der inneren Sicherheit durch:

Religion oder Sektenstrukturen
Beleidigungen
Ausgrenzung
Ignorieren
emotionale Manipulation

Seele
Verletzungen des inneren Erlebens durch:

Vernachlässigung
Misshandlung
Ausbeutung
fehlende Liebe
fehlende Geborgenheit

Leib
Belastungen des Körpers durch:

Krankheiten
dauerhaften Stress
Überforderung
fehlende Hilfe
fehlende Unterstützung

Trauma entsteht oft nicht nur durch ein einzelnes Ereignis – sondern durch das, was über lange Zeit gefehlt hat:
Schutz, Sicherheit, Verständnis und Hilfe.

Auswirkungen im Alltag
Komplexe PTBS wirkt sich auf viele Lebensbereiche aus.
Häufige Auswirkungen:

Erschöpfung
Überforderung
Schmerzen
Panik
Alpträume
Rückzug
starke innere Anspannung
Todesangst beim Sprechen über bestimmte Erfahrungen
dissoziative Krampfanfälle
das Gefühl, niemals wirklich sicher zu sein

Viele Betroffene investieren enorme Energie darin, nach außen „normal“ zu wirken.
Was andere oft nicht sehen:
Das Nervensystem befindet sich dauerhaft im Alarmzustand.

Warum ist das so schwer?
„Warum nicht einfach weitermachen?“
Weil Trauma nicht einfach in der Vergangenheit bleibt.
Der Körper erinnert sich oft noch daran.
„Warum nicht einfach normal leben?“
Weil alltägliche Situationen für traumatisierte Menschen schnell Stress, Angst oder Überforderung auslösen können.
„Warum nicht einfach so tun, als wäre alles in Ordnung?“
Weil Unterdrückung Kraft kostet und Heilung verhindert.

Was Betroffene nicht brauchen

Keine Vorwürfe
Keine falschen Unterstellungen
Kein Ignorieren
Keine Ausgrenzung
Keine Abwertung
Keine ungefragten Ratschläge
Keinen Druck

Sätze wie:
„Reiß dich zusammen“
oder
„Das ist doch längst vorbei“
verletzen oft mehr, als sie helfen.

Was Betroffene wirklich brauchen
Professionelle Hilfe
Es gibt leider noch immer zu wenig Traumatherapeuten und lange Wartezeiten.
Hilfe im normalen Leben anzukommen
Unterstützung im Alltag, Verständnis und Begleitung.
Geduld
Heilung braucht Zeit.
Verständnis
Verstanden zu werden kann ein wichtiger Schritt zur Heilung sein.

Heilung ist möglich
Trauma bedeutet nicht Schwäche.
Viele Reaktionen sind Überlebensstrategien des Körpers und Nervensystems.
Menschen mit Komplexer PTBS sind nicht „zu sensibel“.
Sie haben oft gelernt, ständig auf Gefahr vorbereitet zu sein.
Heilung geschieht Schritt für Schritt:

durch Sicherheit
durch Verständnis
durch Unterstützung
durch Mitgefühl
und durch professionelle Begleitung


Danke
Danke für dein Mitgefühl, dein offenes Herz und dein Interesse an Aufklärung.
Nicht jeder kann den Heilungsweg eines traumatisierten Menschen vollständig verstehen.
Aber jeder Mensch kann dazu beitragen, mehr Menschlichkeit, Verständnis und Sicherheit in diese Welt zu bringen.

Maria Weisse
Begleitung. Verständnis. Heilung.

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