Christ sein ist manchmal schwer


Christ sein ist manchmal schwer – und trotzdem bleibt die Freude
Christ sein ist für mich nicht immer leicht.
Nicht, weil ich Jesus nicht mehr möchte. Im Gegenteil.
Jesus ist derjenige, den ich auf meinem Weg nicht mehr hergeben möchte.


Mein Glaubensweg war allerdings nicht immer einfach.
Bis ungefähr zu meinem 40. Lebensjahr gehörte ich der Neuapostolischen Kirche an. Vieles dort war mir vertraut – die Gewohnheit, die Musik und das, womit ich aufgewachsen war.


Trotzdem hatte ich nie wirklich das Gefühl, meinen Platz gefunden zu haben. Besonders schwierig wurde es für mich, als ich begann, Fragen zu stellen und selbst intensiver in der Bibel zu lesen.


Dabei entdeckte ich etwas, das meinen weiteren Glaubensweg stark verändert hat:
Ich lernte Jesus anders kennen.
Danach begann eine lange Suche nach einer Gemeinde.
Ich besuchte unterschiedliche Kirchen und Gemeinden, lernte Menschen kennen und dachte mehr als einmal:
Vielleicht habe ich jetzt meinen Platz gefunden.
Ich konnte aus verschiedenen Gemeinden auch Gutes mitnehmen. Und trotzdem kam irgendwann wieder der Punkt, an dem ich merkte, dass etwas für mich nicht stimmig ist.
Meine Gemeindesuche darf Pause machen
Deshalb habe ich die Suche nach einer Gemeinde im Moment auf Eis gelegt.
Nicht meinen Glauben.
Nicht Jesus.
Sondern die Vorstellung, dass ich unbedingt jetzt eine Gemeinde finden und mich irgendwo festlegen muss.
Vielleicht brauche ich gerade keine weitere Entscheidung.


Vielleicht brauche ich zunächst etwas ganz anderes:
Ruhe.
Ruhe, um meine Gedanken zu sortieren.
Ruhe, um wieder wahrzunehmen, was mir guttut.
Ruhe vor Druck, Streit und unnötigem Drama.
Und Raum für die Dinge und Menschen, die mir Freude schenken.
Ich weiß nicht, wie mein weiterer Weg mit Kirche und Gemeinde aussehen wird.


Und vielleicht muss ich das heute auch noch gar nicht wissen.
Und dann kommen zwei kleine Katzen …
Heute ist nämlich ein Tag, an dem neben all den schwierigen Gedanken plötzlich ganz viel Freude Platz bekommt.
Samira und Salome sind bei uns eingezogen.
Zwei kleine Katzen, auf die ich mich unglaublich gefreut habe.
Vielleicht klingt das für andere nach einer Kleinigkeit.
Für mich ist es viel mehr.
Es ist ein Herzenswunsch, den ich sehr lange in mir getragen habe. Lange habe ich mich kaum getraut, diesen Wunsch überhaupt auszusprechen.
Und jetzt sind sie tatsächlich da.
Zwei kleine Wesen, die unser Zuhause erkunden werden, die sicherlich auch einiges durcheinanderbringen werden und über die ich wahrscheinlich noch sehr viel lernen muss.


Aber vor allem bringen sie etwas mit, wonach ich mich gerade sehr sehne:
Freude.
Das Schwere ist nicht das ganze Leben
Während ich die beiden beobachte, wird mir etwas bewusst:
Mein Leben besteht nicht nur aus dem, was schwierig ist.
Nicht nur aus Konflikten.
Nicht nur aus Enttäuschungen.
Nicht nur aus Fragen, auf die ich noch keine Antwort habe.
Da ist auch Neues.
Da ist Hoffnung.
Da ist Vorfreude.
Da sind kleine Pfoten.
Und da sind Augenblicke, in denen ich einfach lächeln und mich freuen darf.
Vielleicht muss ich nicht jedes Problem heute lösen.
Vielleicht darf manches warten.
Vielleicht darf ich auch sagen:
Für heute reicht es. Jetzt möchte ich einfach das Schöne genießen.
Mein Glaubensweg geht weiter – auch wenn meine Gemeindesuche gerade Pause macht.
Jesus ist trotzdem da.
Und für die nächste Zeit wünsche ich mir etwas, das eigentlich ganz einfach klingt:
Weniger Müssen.
Weniger Druck.
Mehr Ruhe.
Mehr Freude.
Mehr Frieden.
Und heute ganz besonders:
Kleine Pfoten. Große Freude.


Willkommen zu Hause, Samira & Salome.


Maria Weisse

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